Meine Geschichte
Hi, ich bin Christina.
Und ich schreibe hier nicht, weil ich es geschafft habe. Ich schreibe, weil ich mittendrin stecke – genau wie du wahrscheinlich auch.
Kapitel 1 · Der Moment
Der Moment, in dem alles anfing
2025 wurde meine Tochter geboren. Ich war 44, und mit ihr auf dem Arm dachte ich über Dinge nach, über die ich bei meinem Sohn elf Jahre vorher nie so nachgedacht hatte. Vielleicht, weil man beim zweiten Mal bewusster hinschaut. Vielleicht, weil man mit Mitte vierzig anders rechnet: Wie viel gemeinsame Zeit haben wir? Und was gebe ich ihr mit für die Zeit danach?
Eine Antwort stand plötzlich sehr klar vor mir: Meine Tochter soll finanziell unabhängig leben und ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Sie soll nie in die Lage kommen, die ich selbst kannte – auf etwas angewiesen zu sein, das nicht kommt.
Kapitel 2 · Die Realität
Die Jahre, in denen an Vorsorge nicht zu denken war
Mein Sohn war zweieinhalb, als seine Eltern sich trennten. Danach war ich lange alleinerziehend. Sein Vater konnte uns finanziell nicht unterstützen – der letzte Unterhalt kam zur Einschulung. Also habe ich mich durchgeschlagen: viel gearbeitet, jeden Monat gerechnet, irgendwie über Wasser gehalten.
Sparen? Altersvorsorge? In dieser Zeit schlicht nicht denkbar. Wer am Monatsende bei null landet, legt nichts zurück – so einfach und so brutal ist das.
Heute weiß ich: Meine Geschichte ist kein Einzelfall, sondern Statistik. Frauen bekommen in Deutschland deutlich weniger Rente als Männer. Alleinerziehende tragen eines der höchsten Armutsrisiken überhaupt. Und etwa jede fünfte Frau über 65 ist armutsgefährdet. Das sind keine abstrakten Zahlen. Das sind Lebensläufe wie meiner.
„Frauen bekommen Tipps zum Abnehmen, zur Haarpflege, zur Erziehung.
Aber doch nicht zu Finanzen.“
Kapitel 3 · Die Angst
Warum ich mich so lange nicht getraut habe
Ich habe lange geglaubt, Investieren sei ein Männerthema. Schon im Studium: Meine Kommilitonen kauften wie selbstverständlich Aktien, manche zockten regelrecht. Ich verstand es nicht – und ich habe nicht gefragt. Zu groß die Angst, etwas falsch zu machen. Zu groß die Scham, als Einzige nicht mitreden zu können.
Heute weiß ich: Das hatte nichts mit Intelligenz zu tun und nichts mit meinem Geschlecht. Es hatte mit Zugang zu tun. Und dieses Muster ist älter als wir:
Kapitel 4 · Ehrlich gesagt
Wo ich heute stehe
Ich habe spät noch einmal geheiratet. Aus zwei Geschichten ist eine Familie zusammengewachsen, und ja: Es ist schön. Aber es ist kein Hochglanzleben. Wir sanieren das Haus meiner Mutter – ein Projekt, das mehr Geld verschlingt als geplant und uns regelmäßig Überraschungen beschert. Und auch wir haben uns lange nicht groß über das Normale hinaus mit Finanzen beschäftigt.
Der Unterschied ist: Irgendwann habe ich aufgehört zu warten, dass es jemand für mich regelt. Ich habe angefangen zu lesen, zu rechnen, zu verstehen – und schließlich zu investieren. Nicht perfekt, nicht mit riesigen Summen, aber selbstbestimmt.
Und dabei habe ich etwas gemerkt: Das alles ist verstehbar. Für jede von uns. Es hat mir nur nie jemand so erklärt, dass ich mich getraut hätte.
Kapitel 5 · Warum das hier
Warum Mutschwestern
Mutschwestern ist der Ort, den ich mir mit Ende zwanzig gewünscht hätte – und mit Mitte dreißig, und ehrlich gesagt auch noch mit Anfang vierzig: Finanzwissen ohne Fachchinesisch, ohne Bro-Kultur, ohne erhobenen Zeigefinger. Erklärt wie unter Freundinnen, gerechnet mit echten Zahlen, erzählt von jemandem, der weiß, wie sich die Angst vor dem ersten Schritt anfühlt.
Denn eines habe ich gelernt: Nicht zu investieren ist auch eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung, dass dein Geld auf dem Konto liegt und jedes Jahr ein bisschen weniger wert wird.
Das Beste, was ich meiner Tochter mitgeben kann, ist nicht das Geld in ihrem Depot. Es ist das Wissen, warum es da ist. Und das Beste, was ich dir mitgeben kann, ist der Mut, deins aufzubauen.
Schön, dass du hier bist.
Mutschwestern – weil Mut sich vererbt.
Fang da an, wo ich gern angefangen hätte
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